Radstreifen

sind noch tagelang feucht und rutschig, wenn die restliche Fahrbahn schon längst wieder trockengefahren ist. Man beachte, wo der weiter vorn sichtbare Lkw fährt. Der abgebildete Radstreifen ist übrigens etwa einen Meter breit, ziemlich exakt die Aufklappbreite der in dieser Straße auf ungefähr 1 km links und rechts parkenden Autos.

 

Der Effekt wird durch Beschädigungen und Verwerfungen des Straßenrandes ggfs. noch erheblich verstärkt. Solche Längsrillen sind im Bereich von abmarkierten Radspuren häufig anzutreffen. Sie fangen den Dreck und halten in der Fläche abfließendes Wasser fest. Unter Laub oder Schnee sind sie kaum sichtbar, aber noch um ein mehrfaches gefährlicher als bei Nässe.


 

Und so sieht das dann bei Regen aus. Wenn man hier so fährt, wie diejenigen sich das gedacht haben, die diesen Radstreifen haben pinseln lassen, so fährt man nicht nur im direkten Aufklappbereich von Autotüren, die u.a. wegen des Radstreifens erheblich unvorsichtiger geöffnet werden, man fährt auch durch Glasscherben, die bei Nässe wegen der Wasser-Schmierung durch Gummireifen wie durch Butter schneiden, und man erhält durch eine wassergefüllte Spurrille eine Dusche von unten. Gleichzeitig wird man auf ohne jeden Sicherheitsabstand überholt, weil der Suggestivstreifen genau das suggeriert: so lange der Auto, Bus.- oder LKW-Fahrer auf "seiner" rund 2,50 m breiten Spur bleibt, hat der Fahrer seiner Pflicht genüge getan.

Und hundert Meter weiter muß der Radfahrer dann trotzdem mitten auf die Straße, um an einem geparkten Baustellenfahrzeug vorbei zu kommen. Mit der gedachten Separierung ist's also auch hier nichts.

Dreissig cm weiter links könnte man in sicherem Abstand von Autotüren, ohne das Risiko als "Vorbeifahren" verstandener gefährlicher Überholmanöver, weit genug entfernt von Glasscherben auf durch die Pkw-Reifen fast trocken gefahrenem Asphalt fahren.  Übrigens bremst es sich auf trockenerem Untergrund auch besser!

Dieser Mofafahrer zeigt, mit welchem Abstand vom Straßenrand ein Zweiradfahrer vernünftigerweise fährt, wenn rechts keine Autos parken: ziemlich genau da, wo der Radstreifen aufhört. Ansonsten empfiehlt sich noch ein wenig mehr Abstand zum Straßenrand.

Entscheidend ist aber, daß der Radstreifen eines verhindert: eine den Umständen entsprechende Positionierung innerhalb des eigenen Fahrstreifens. Die hier thematisierten Umstände sind Fahrbahnfeuchtigkeit, es gibt viele andere, die hier nicht gegeben sind.


2000-10-23 Copyright 2000 Wolfgang Strobl, alle Rechte vorbehalten

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