Lkw überrollt beim Rechtsabbiegen Radfahrerin auf Radweg

Einige Bilder und Informationen zu einem weiteren Unfall vom Typ "LKW biegt rechts ab, überfährt Radfahrer", von dem heute in http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/artikel.php?id=112585 unter der Überschrift Radfahrerin wird in Kessenich sehr schwer verletzt berichtet wurde. Zitat:

Als er nach rechts in die August-Bier-Straße abbog, erfasste er eine 34-jährige Radfahrerin, die auf der Hausdorffstraße in gleicher Richtung unterwegs war. Nach Auskunft der Polizei schleifte der Lkw die Frau einige Meter mit. Die 34-Jährige zog sich schwerste Verletzungen zu und wurde nach erfolgter Erstversorgung vor Ort mit einem Rettungstransportwagen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Dazu ein Bild, das aber so ausschnittsvergrößert ist, daß nur noch ein zermalmtes Fahrrad unter den Doppelreifen eines Lkws zu sehen ist - erschreckend, jedoch nicht sehr informativ.

Nachfolgend deswegen etwas mehr Kontext. Der Unfall ereignete sich am gestrigen Mittwoch in meinem Wohnviertel, etwa  900 m Luftlinie von meinem Haus entfernt. Ich bin heute in der Mittagspause hingefahren, um mir das anzuschauen. Auf dem nachfolgenden Bild blicken wir von der Reuterstraße entlang der Hausdorffstraße in Richtung August-Bier-Straße, der nächsten querenden Straße.

Der Blick auf die Unfallstelle . Man beachte auch den Falschparker und die witterungsbedingte, glitschige Schmiere auf dem Asphalt, die nur im Bereich des "Schutzstreifens" zu beobachten ist, die Fahrbahn ist durch den Autoverkehr längst trocken und sauber gefahren.

» Lkw überrollt beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer, der auf dem separaten Radweg, Rad- oder 'Schutzstreifen' geradeaus fahren möchte « ist ein unverhältnismäßig häufiger, für den Radfahrer oft tödlich, meist aber mit schwersten Verletzungen ausgehender Unfalltyp. Er wird meist damit in Verbindung gebracht, daß sich der Radfahrer auf einem abgesetzten Hochbordradweg in einem toten Winkel des Lkws befindet, der auch durch Zweit- und Drittspiegel kaum besser sichtbar gemacht werden kann. Die eigentliche Ursache ist aber die widersinnige Sortierung von Fahrzeugverkehr durch Radwege.

Geradeausverkehr gehört auf die Fahrbahn, aber nicht rechts neben Rechtsabbieger!

Auch Radstreifen und sogar so genannten, vermeintlichen "Schutzstreifen" oder "Angebotsstreifen" unterliegen diesem Fehler und verursachen solche Unfälle, wie man an diesem Beispiel sieht.  Gefährdet sind hier absurderweise vor allem die unbeholfenen langsamen Radfahrer, mit deren Schutz solche Streifen häufig begründet werden. Wer gern schnell und zügig fährt, meidet als erfahrener Radfahrer Straßen mit Radwegen und Radstreifen oder benutzt sie, wenn nötig, nur mit äußerster Vorsicht, weil er oder sie um ihre Gefahren weiß. Von vielen Radfahrern, vor allem den jüngeren, kann man dieses Wissen aber kaum erwarten, vor allem nicht anhand des in den Medien und der Politik leider immer noch gängigen Bildes vom Radweg als Schutzeinrichtung. Radfahrer landen dann halt gelegentlich unter den Zwillingsreifen von Lkws. Eine Politik und Verkehrsplanung, die solche Kreuzungen gestaltet, obwohl sie die damit verursachten Gefahren kennen müsste, nimmt solche Unfälle mehr oder weniger billigend in Kauf.

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Ein Blick in Gegenrichtung auf die Unfallstelle. Am Boden sind noch Reste der Markierungen von der Unfallaufnahme zu sehen.

Die in die Gosse gekehrten Reste des Fahrrades ...


Ein ähnlicher Unfall ereignete sich im letzten Jahr im Juli an der Ecke Reuterstraße/Argelanderstraße, nur ein paar hundert Meter von meinem Haus entfernt. Hier wurde eine Radfahrerin beim Einbiegen auf den Radweg entlang der Reuterstraße von einem Lkw erfasst und schwer verletzt.

Es ist dies der Blick auf eine Auffahrt des in Ansichten eines Radwegs dokumentierte Radweges, genauer gesagt um die in dritten Bild von http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/inzwischen1.htm sichtbare Kreuzung.

So weit wurde das Fahrrad mitgeschleift.


Wolfgang Strobl, Bonn, 15.12.2005 

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