Ansichten 
eines Radwegs

Bonn, Reuterstraße, 
Stand Ende 1997

Inzwischen ist es schlimmer, denn jetzt ist das in Suchbild nur hineinretuschierte Grünzeug gepflanzt, und zusätzlich stehen an den Rampen nun mattgrau gestrichene schwere Eisenpfosten , um Falschparker abzuhalten - lebensgefährlich, nicht nur bei Dunkelheit.

Die vor einem Jahr in einem Leserbrief geäußerte Vermutung, hier könne das Zuparken des Radweges nur verhindert werden, indem es für Radfahrer noch gefährlicher gemacht würde, hat ins Schwarze getroffen, die Provinzposse nimmt kein Ende. Der Radweg ist weiterhin als benutzungspflichtig ausgeschildert (Stand Ende '98, nach Wirksamwerden der StVO-Novelle). Hier scheint das Prinzip gewesen zu sein: was scheren uns Rechtsvorschriften, was scheren uns technische Mindestanforderungen, wenn wir Radfahrer weg von der Straße verdrängen wollen. Soll doch erst mal einer klagen.  Und der ADFC, der doch so gerne Radfahrerlobby sein möchte, klagt nicht, hat er, Aussagen der Stadt zufolge, diesen "Radweg" doch sogar mitverbrochen.

Hier helfen dem einzelnen Radfahrer wohl nur noch die 50 Gründe, einen Radweg nicht zu benutzen . Die Benutzungspflicht endet nämlich spätestens dort, wo eine sichere Benutzung eines Radweges nicht mehr gewährleistet werden kann. Davon kann man in diesem Fall wohl generell ausgehen.

Hier stehen jetzt mattgraue massive Eisenpfosten im Weg, außerdem fährt man unter "Sichtschutz"- Horror! Das reicht in der Breite nicht mal für einen schmalen Anhänger
Es ist absehbar , daß hier Lkws (Anlieferverkehr) auffahren werden, es wurde quasi in der Zeitung schon angekündigt. Theoretisch war hier früher Entladen auf der Straße zulässig, aber dies wurde nie befolgt, sondern immer mit einem Beinchen auf den Bürgersteig gefahren, wo dies möglich war. Wie in Asphalt eingelassene Gullies nach einigen Jahren aussehen, wenn Lkws drüberfahren, ist im Grunde bekannt: der Asphalt bröckelt ab, und es bildet sich eine Fuge. Außerdem sammelt sich in solchen Vertiefungen erfahrungsgemäß Dreck, Laub und alles, auf dem man gut ausrutschen kann. Wie man sieht! 

 

Auf dem Papier hat das bestimmt gut ausgesehen Hier stehen jetzt Büsche und verstecken die Radfahrer noch mehr
Das Foto ist nicht gestellt. Vorsicht: der Fußgänger wird gleich einen Schritt zur Seite machen, um nicht gegen das Fahrrad vor ihm zu laufen. Was wird der Radfahrer tun?   Achtung: hier ist eine Ausfahrt. Pech, daß da gerade eine Mülltonne davorsteht. Und richtig spannend wird es natürlich, wenn der Grünstreifen tatsächlich bepflanzt ist. 

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