Bonner Talweg
Bonner Talweg, 17.2.2008, Straßenbahnhaltestelle
Der Radverkehr wird hier (im Bild auf der linken Straßenseite) für ein paar Meter hinter eine Straßenbahnhaltestelle geführt. Danach verläuft der Radstreifen direkt im Aufklappbereich der Türen von auf dem Bürgersteig geparkten Pkw. Radfahrer sind hier besser bedient, wenn sie nicht in diese Falle tappen und schon vor der Haltestelle zwischen die beiden Schienen wechseln. Nur so ist der vorgeschriebene und sicherere Abstand zum rechten Straßenrand und zu plötzlich geöffneten Autotüren einzuhalten. Da auf dieser Seite eine Radwegbeschilderung glücklicherweise nicht vorhanden ist, besteht ohnehin keine Benutzungspflicht.
Bonner Talweg, 17.2.2008
Ein typischer, durch einen Radstreifen neu erzeugter Konfliktpunkt: während sich der hinter der Haltestelle versteckt fahrende Radfahrer vielleicht noch auf im Haltestellenbereich herumlaufende Fußgänger oder, bei Dunkelheit, auf das Vermeiden der mattgrau gestrichenen Eisenpfosten konzentriert, wird er kaum auf den Rechtsabbieger achten, der hier in die Ausfahrt abbiegen will. Rumms. Was nützt dem Radfahrer, daß er Vorrang hatte?
Bonner Talweg, 17.2.2008, Straßenbahnhaltestelle stadteinwärts
Auf der gegenüberliegenden Seite ist es schlimmer. Hier wurde absurderweise der hinter der Straßenbahnhaltestelle verlaufende Radwegstummel sogar benutzungspflichtig ausgeschildert. Zwar dürfte die Benutzungspflicht kaum Bestand haben, da dieser Stummel nirgenwo hinführt (der Radweg endet ganz offensichtlich direkt hinter der Haltestelle, siehe die Folgebilder, die entsprechende Beschilderung wurde aber vergessen). Jedoch werden hier durch die Beschilderung mutwillig Konflikte vorprogrammiert, mit Radfahrern, die diesen kurzen Stummel vernünftigerweise nicht benutzen, weil sie fünfzehn Meter weiter ohnehin auf der Fahrbahn weiterfahren müssen.
Bonner Talweg, 17.2.2008, Straßenbahnhaltestelle stadteinwärts
Der Radwegstummel hat keine 15 Meter Länge, dafür sind Konflikte mit Fußgängern vorprogrammiert. Viel Verdruß für ein Stück Straße, das man auf der Fahrbahn auch als Radfahrer in zwei bis drei Sekunden schnell und sicher bewältigen könnte.
Bonner Talweg, 17.2.2008, Straßenbahnhaltestelle stadteinwärts, hinter der Haltestelle
Hier muß sich der Radfahrer wieder in die Fahrbahn einfädeln und im weiteren Verlauf der Straße zwischen den Schienen fahren, weil diese dort direkt am Bordstein entlang verlaufen. Nicht nur aufgrund des unzureichenden Platzes zwischen rechter Schiene und Bordstein, sondern auch wegen der dort auf dem Bürgersteig parkenden Autos ist dies notwendig und unvermeidlich. Wer auf seine Sicherheit bedacht ist, wechselt nicht ausgerechnet hier im Kreuzungsbereich, sondern bereits vor der Haltestelle zwischen die Schienen. Dies auf kurze Distanz und neben bei Grün ebenfalls startenden Kfz zu tun, ist eine ausgesprochen schlechte Idee. Leider verhindert die Zwangsführung des Radverkehrs die beiden sinnvollen Alternativen: sich entweder VOR wartende Kfz zu stellen oder schon rechtzeitig vor der Haltestelle und bei geeigneter Gelegenheit zwischen die Schienen zu wechseln.
Bonner Talweg, 17.2.2008, Straßenbahnhaltestelle stadteinwärts
Eine Beobachtung, die man übrigens immer wieder macht: kaum ist ein solcher Schrottradweg gebaut, tauchen wie eine Seuche auch die dazu passenden Radfahrer auf. Das "Prinzip Radweg" suggeriert: Radfahren, das ist ja kein Verkehr, da braucht sich keiner an irgendwelche Regeln zu halten, die Verkehrsplaner nicht, die Baubehörde nicht, und die Radfahrer natürlich auch nicht. :-{
